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Klaus Tröndlin und die Online-Redaktion mit Betrachtungen zum Thema und köstlichen Rezeptvorschlägen – in drei Folgen

Folge 1: Vom Gemüse für Könige zur globalen Gourmet-Delikatesse

Oskar Wilde sagte einmal: „Ich habe einen ganz einfachen Geschmack – ich bin immer mit dem Besten zufrieden.“

spargelWohl deshalb wird der Spargel in der Welt der Gourmets als Delikatesse geschätzt. Und das vermutlich seit rund 5000 Jahren: So sollen zum Beispiel die gottgleichen Kaiser des Chinesischen Reiches mit dem „Barthaar des Drachen“ – Synonym für Spargel - verwöhnt worden sein. Ein glücksbringendes Gewächs also offenbar, denn Drachen gelten in China seit jeher als Boten des Glücks.
Nicht ganz geklärt ist, ob die Ägypter den Asparagus auch schon kannten. Ganz sicher tranken sie Gutedel, dessen Rebe in der Oase Fayum ihre Heimat hat. Die Vorstellung, daß schon die Feinschmecker des Niltals Gutedel zum Spargel tranken, ist für uns Markgräfler natürlich von besonderem Reiz!
Hippokrates von Kós, der griechische Urvater der Heilkunde, schrieb 460 v. Chr. dem Spargel darüber hinaus auch noch magische Kräfte zu: Richtig zubereitet, sollte er nicht nur verschiedene Krankheiten heilen, sondern auch Zauber- und Liebeskräfte entwickeln. Viele seiner Vorstellungen finden sich in den Heil- und Kräuterbüchern der Gelehrten späterer Epochen wieder.
Mit den Römern gelangte schließlich auch der Spargel nach Europa: Konsul Cato (234 – 149 v. Chr.) entwickelte die erste Anleitung zur Kultivierung des Spargels, von Marcus Gavius Apicius, einem römischen Playboy, stammt das erste überlieferte Rezept: Spargel, gerollt in Eierkuchen.
Mit dem Zerfall des Weströmischen Reiches verschwand der köstliche Asparagus von den Tischen und ward für einige Zeit nur noch als Heilmittel, meist hinter Klostermauern, angebaut.
Im ausgehenden Mittelalter hat man den Spargel offenbar als eßbares Gemüse wiederentdeckt. Und zum „Königlichen Gemüse“ avancierte er spätestens mit Ludwig XIV., dem Sonnenkönig, der den Asparagus als Delikatesse erkannte und schätzte.
Erst mit dem 18. Jahrhundert wurde der Spargel auch für das gemeine Volk erschwinglich – größere Anbauflächen machten es möglich.  Nach 1945 schließlich setzte er nicht nur bei uns, sondern weltweit seinen Siegszug fort und hat heute die Welt der Gourmets rund um den Globus erobert.

Folge 2: Wo Gutedel wächst – Fayum meets Markgräfler Land

Folge 3: Die Markgräfler Harmonie von Keller und Küche: Rezeptideen und Weinempfehlungen

 

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